Jan Wilhelms

Herrenhausen und Damenhosen, Genossen-Parolen und Bären-Schinken
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FAZ: „Kampf um Kobane: Assads Regierung: Wir unterstützen die Kurden“

Die syrische Regierung in Damaskus behauptet, den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Kobane in ihrem Kampf gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ militärisch beizustehen. „Der Staat mitsamt seiner Streitkräfte und seinen Flugzeugen hat die Stadt militärisch und logistisch unterstützt und sie mit Munition und Waffen ausgestattet“, sagte Informationsminister Omran al Zohbi am Mittwoch.

[…]

Auch die Entsendung von irakisch-kurdischen Peschmerga Einheiten verzögert sich wegen der türkischen Hinhaltetaktik weiter. Lediglich die YPG und die syrisch-kurdische Frauenguerilla YPJ leisteten gemeinsam mit einigen Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) bislang Widerstand gegen die Dschihadisten, sagte der Vorsitzende des Kantons Kobane, Enver Muslim.

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WDR (ZeitZeichen): „20. Oktober 1714 [300]: Die Krönung von Georg I. zum König von Großbritannien“

Als William und Kate Ende Juli 2013 die Geburt des Thronfolgers bekannt gaben, war weltweit die Freude groß - vor allem aber in Hannover. Denn Prinz George Alexander Louis of Cambridge soll irgendwann mal als George VII. König von Großbritannien werden. Und der erste der Georgs in der Ahnenreihe kam aus dem heutigen Niedersachsen. Damals war es ein Akt der Verzweiflung: Das von religiösen Unruhen geschüttelte Königreich wollte Frieden und stabile Verhältnisse. Die Wahl fiel auf Georg Ludwig, Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg. Der Welfen-Herzog war mit 54 Jahren schon verhältnismäßig alt, sprach kaum Englisch und war auch sonst kein Freund der englischen Lebenskultur. Autor: Claus Hesseling © WDR 2014

Fachlich in Ordnung. Stellenweise, nicht durchgängig, ein bißchen albern und neckisch anglophil.

Insbesondere die platten Witze über Georgs Schwierigkeiten mit der englischen Sprache schmerzen wie ein Biß auf den hohlen Zahn. Das wirkt gepudert und oberlehrerhaft. Und ahistorisch obendrein. Damals war nun einmal Französisch die Sprache der Schönen Welt, und Friedrich II. von Preußen konnte nicht einmal richtig deutsch.

Dennoch: recht hörenswert.

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„Alles gut!“

Und gleich noch eine Sprach-Meckerei hinterher, und diesmal eine richtig wütende. Es vergeht kaum noch ein Tag, an dem ich mich nicht über die unsägliche Mode-Floskel „Alles gut!“ ärgere. Meist in möglichst lässigem, oft leicht erhöhtem Ton gesprochen, und zwar als Antwort auf eine Entschuldigung oder eine besorgte Nachfrage.

Warum der Ärger?

Weil dieses „Alles gut!“ in höchstem Maße manierenfeindlich, schnodderig, grob und platt ist. Weil es ausdrücken soll: „Du bist irgendwie zurückgeblieben, wenn Du Dir um die Befindlichkeit eines Mitmenschen Sorgen machst (oder zumindest so tust)!“ „Du bist ein dummes Kind, wenn Du an etwas anderes denkst als an Deinen eigenen Vorteil!“

Diese Floskel verleidet einem das galante und freundlich Spiel der Entschuldigung. (Ich weiß natürlich, daß man dieses Spiel übertreiben kann, aber das mache ich mit Sicherheit nicht.)

Jeder der „Alles gut!“ verwendet, verdient es, vom dergestalt Angesprochenen in die Fresse getreten zu bekommen.

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„Der Russe“ und „der Amerikaner“

Bilde ich mir das ein, oder hört man folgendes wirklich wieder öfter: Die Benennung eines Volkes durch „der + Angehöriger im Singular“? Also „der Russe“, „der Amerikaner“ etc.

Bis etwa in die 80er Jahre hinein haben das nur faschistoide Wehrmachts-Oppas verwendet, und nach deren Aussterben dann niemand mehr.

Nun meine ich, das in letzter Zeit ab und zu in den Medien gehört zu haben.

(Ja, ich habe das auch schon ab und zu verwendet, auch hier - weil es mir gelegentlich Freude bereitet, als Linker unlinke Sprechweisen zu benutzen. Aber wenn das nun wirklich eine Mode-Marotte ist oder wird, gewöhne ich mir das schleunigst wieder ab.)

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Ich halte jeden Menschen für voll berechtigt, auf die – von den Ingenieursgesichtern und Betriebswissenschaftlern herbeigeführte – derzeitige Beschaffung der Welt mit schwerstem Alkoholismus zu reagieren, soweit er sich nur etwas zum Saufen beschaffen kann. Sich und andere auf solche Weise zu zerstören ist eine begreifliche und durchaus entschuldbare Reaktion. Wer nicht säuft, setzt heutzutage schon eine beachtliche und freiwillige Mehr-Leistung.
Heimito von Doderer

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jW: „Bundeswehr-Deserteur des Tages: Wechsel zur Volksmiliz“

Vor 70 Jahren gab es das öfter: Deutsche in Uniform, die die Frontlinie überquerten, um mit der Roten Armee gegen die Nazis zu kämpfen. Das »Nationalkomitee Freies Deutschland« agitierte Wehrmachtssoldaten, zu den Sowjets überzulaufen – und so das Ende des Hitlerfaschismus zu beschleunigen.

[…]

Seine Ausrüstung soll der Soldat mitgenommen haben, seine Waffe jedoch nicht. Das ist nachvollziehbar, gilt das deutsche Sturmgewehr G36 doch als ausgesprochen unzuverlässig – da haben die einst sowjetischen Waffenschmieden Solideres zu bieten.

[…]

Aus welchen Motiven der Soldat auch gehandelt haben mag: Für diesen Schritt praktischer Entspannungspolitik hat er nun Verfolgung zu fürchten. Nicht die Menschen im Donbass haben den Krieg begonnen. Der Westen hat ihn entfesselt - und dafür bedenkenlos Faschisten eingespannt. Sich daran nicht zu beteiligen, sondern die Seiten zu wechseln – dies verdient Respekt.

:-)

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arte: „Die Doku-Reihe zum Thema Kapitalismus“

Ich habe mir gerade die Folge 1 angeschaut. Es haut einen nicht gerade vom Hocker, kann aber wohl doch empfohlen werden – ich werde mir auch die weiteren Folgen anschauen.

Weiterlesen (in diesem Blog) …

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FAZ:„‚Germany‘ im British Museum: Und plötzlich ist Deutschland ganz anders“

Zweihundert Objekte unter dem Skalpell: Im British Museum in London hat die Ausstellung „Memories of a Nation“ eröffnet. Sie wirft ein neues Licht auf ein Land, das den Engländern bisher immer fremd war.

Von Gina Thomas. Ganz lesenswert. Der unvermeidliche 25-Jahre-Mauerfall-Kitsch hält sich in halbwegs erträglichen Grenzen.

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